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Die Ausrüstung - Tips zum Überleben auf dem Zeltplatz

Ohne gute Ausrüstung macht's keinen Spaß. Anfangs haben wir das Thema noch eher lässig betrachtet (ach ja, man nimmt halt den üblichen Campingkram mit...) aber spätestens beim 2. oder 3. Besuch fängt man an, sich etwas sorgfältiger vorzubereiten, nicht zuletzt animiert durch die Beispiele anderer Le Mans-Camper.

Schwierig wird die Planung durch das unkalkulierbare Wetter in diesem Teil Frankreichs: Obwohl der Termin immer im Sommer liegt, meistens Mitte Juni, haben wir dort schon alle Extreme erlebt: Heiße Wochenenden mit 30 Grad Temperaturen in T-Shirt, kurzer Hose und Sandalen, aber auch ganz lausiges Wetter mit gerade mal feucht-kalten 10-15 Grad in Daunenjacke und Gummistiefeln, beides manchmal innerhalb von nur 2-3 Tagen. Von der Kleidung her sollte man also auf alles gefasst sein.

Im Folgenden also ein paar (nicht immer ganz ernsthafte...) Tips für die Ausrüstung auf dem Zeltplatz, Selbstverständlichkeiten wie Ausweis, Geld, Zahnbürste etc. sind natürlich nicht aufgeführt. Dem Aufwand sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt, wer jemals ein 15-Meter Wohnmobil mit solarbetriebener Warmwasseraufbereitung in Le Mans gesehen hat, weiß was ich meine...

 

Was man mitnehmen sollte...

  • Absperrband & Pfähle: Hört sich etwas unsozial an, aber wenn man nicht damit rechnen will, das nach Rückkehr von der Rennstrecke auf den Zeltplatz das zum Grillen gedachte Terrain mit Autos zugeparkt ist, sollte man dies im Gepäck haben. Sehr in Mode gekommen sind in den letzten Jahren Polizei-Absperrbänder mit passenden Sprüchen wie "Caution - Crime Scene - Do not enter".
  • Bier: Und zwar reichlich! Nichts ist schlimmer als während des Rennens festzustellen, das man doch zu knapp kalkuliert hat und dann diese französischen Möchte-Gern-Biere an der Rennstrecke zu Wucherpreisen nachkaufen muss (Ist uns leider 2-mal passiert).
  • Cabrio: Am besten ein altes englisches Cabrio (MG, Triumph oder so), um damit Freitags nachmittags laut gröhlend auf den Zeltplätzen herumzufahren und anzugeben.
  • Campingplatztickets: Mitte der 80er Jahre war es noch kein Problem, einfach Donnerstags an der Rennstrecke zu erscheinen, sich eine Karte für den Zeltplatz zu kaufen und sich danach in aller Ruhe einen Platz zu suchen. Seit einigen Jahren ist das leider nicht mehr so. Da die Zeltplätze manchmal schon etliche Monate vorher ausgebucht sind, sollte man unbedingt vorher welche bestellen. Die Zeltplatztickets für's Rennen 2001 beispielsweise waren bereits im Oktober 2000 ausverkauft. Hoffentlich bauen die Veranstalter die Kapazitäten mal irgendwann aus. Wie man die Karten bestellt kann man auf der Homepage des A.C.O. erfahren. Das gleiche gilt für Tribünenkarten und sonstige Extratickets, lediglich die normalen Eintrittskarten fürs Rennen ("Enceinte Generale") sind ohne Probleme auch noch am Rennwochenende zu erhalten.
  • Dusche: Manche Zeltplätze (z.B. Camping du Houx) haben etliche Wasseranschlüsse, so das man mit nem Schlauch und so ner Art Gartendusche etwas bauen kann. Die Meinungen darüber gingen aber bei uns oft auseinander: "Prima", sagten manche von uns, "Nur was für Weicheier" war die andere Position. Unvergessen in diesem Zusammenhang das Zitat eines unserer Teammitglieder, der an einem Baum stehend mit Blick auf seine Sandalen meinte: "Die Urinspritzer beim Pinkeln sind das einzige Wasser, welches meine Füße an diesem Wochenende zu sehen kriegen...".
  • Eintrittskartenhalter: Damit meine ich die kleinen durchsichtigen Plastiktaschen mit Schnur (ähnlich wie bei Skipässen), die man sich um den Hals hängen kann. Praktisch, um die Eintrittskarte und alle Kontrollkarten, die man bei Verlassen der Rennstrecke erhält, immer dabei zu haben.
  • Fahrrad: Kann ganz nützlich sein, wenn man während des Rennens weiter entfernte Teile der Strecke besuchen will.
  • Fernsehgerät: Vor allem für Fussballfans ganz wichtig, denn alle 2 Jahre überschneidet sich das Rennen mit Spielen der Europa- oder Weltmeisterschaft. Auch ganz praktisch, um beispielsweise während der Pausen auf dem Zeltplatz das Rennen in Eurosport weiter verfolgen zu können.
  • Feuerwerk: Je lauter, bunter und größer, desto besser! Also nicht die kleinen süßen Böller, bei denen die Leute "Oooh" und "Aaah" sagen, sondern die Sorte, bei der alle automatisch nach einem Luftschutzbunker suchen, wenn sie explodieren. Die Größe und Lautstärke des Feuerwerks (sowie der Musikanlage) bestimmt eindeutig den Status auf dem Zeltplatz und das Niveau der Feuerwerke ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Da die Dinger bei uns nicht das ganze Jahr zu haben sind, sollte man dies bereits beim Silvestereinkauf mit einplanen.
  • Funkgeräte: Nützlich bei großen Gruppen zur gemeinsamen Verabredung von wichtigen Terminen während des Rennens: Wann treffen wir uns auf dem Zeltplatz zum Essen? Wer schmeißt schon mal vorher den Grill an? Wer weiß, wo die Zahnstocher sind? Zur Not reichen auch Handy's, aber das ist natürlich teurer.
  • Grill: Eines der wichtigsten Utensilien. Entweder einen richtig Guten, groß genug um für alle die Steaks zu machen und an kalten Rennwochenenden auch noch als Heizung zu dienen - oder einen ganz Billigen zum Wegwerfen nach dem Rennen (spart das Saubermachen...). Dazu gehört natürlich auch Grillkohleanzünder, am besten den flüssigen, aber Vorsicht damit, falls man das Wochenende nicht vorzeitig beenden will...
  • Kopfschmerztabletten: Wer jemals die Szenen morgens auf dem Zeltplatz erlebt hat, weiß, das man davon nie genug haben kann: Wie konnte ich nur soviel Bier trinken? Wer hat die Schuhe auf dem Grill stehenlassen? Wer hat die Taschenlampe in die Spüle geschmissen? Am besten noch abends 2 Stück ins letzte Bier rein...
  • Kühlschrank: Hierbei sollte man weniger an die Lagerung der Nahrungsmittel denken, sondern vielmehr ans Bier. Wer kein Wohnmobil oder keinen Wohnwagen mit eingebauten Kühlschrank hat, für den tut's auch eine akku- oder gasbetriebene Kühlbox. Falls auch das nicht vorhanden ist, geht zur Not auch ne Plastikwanne oder ein Kinderplantschbecken, in dem man regelmäßig das Wasser austauscht. Dosen kühlen sich schneller ab als Flaschen!
  • Le-Mans-T-Shirt und Kappe: Natürlich Exemplare von einem Rennen vor 8 Jahren, damit man nicht für einen Neuling gehalten wird.
  • Musikanlage: Unbedingt erforderlich für die abendlichen Parties. Schaut Euch allerdings gut die Größe der Musikanlagen Eurer Zeltplatznachbarn an, bevor Ihr Euch für einen eigenen Platz entscheidet! Am besten mit Radioteil, dann kann man auch auf dem Zeltplatz Radio Le Mans hören.
  • Ohrenstöpsel: Vergesst den Lärmpegel, den Ihr von diversen Techno-Events kennt, die Dezibelwerte auf der Haupttribüne gegenüber den Boxen sind ne ganz andere Klasse. Auch beim Schlafen gut zu gebrauchen, falls der Bierkonsum nicht für ein völliges Koma ausgereicht hat.
  • Plantschbecken, aufblasbar: Nützlich an heißen Rennwochenenden zur Entspannung, kann obendrein auch zur Kühlung des Biers dienen, falls man keinen Kühlschrank hat.
  • Radio: Ein kleines, tragbares mit Kopfhörer, damit man auch an der Rennstrecke Radio Le Mans empfangen kann.
  • Teamdress: Warum sollen nur die Renn-Teams und Fahrer in feschen, einheitlich gestylten Klamotten mit Logo rumlaufen? Einheitliche T-Shirts, in Signalfarbe und versehen mit dem Namen des jeweiligen Trägers erleichtern das Wiederfinden der Gruppe sowie das korrekte Ansprechen untereinander spätestens am Samstag abend ungemein...
  • Toilettenpapier: Die Bestückung der an der Strecke vorhandenen Toiletten mit Papier lässt mit fortschreitender Renndauer deutlich nach...
  • Wasserpistolen: Für die Duelle mit den Zeltnachbarn bei heißem Wetter... Auch hier hat die Aufrüstung in den letzten Jahren zu hartem Wettbewerb geführt, also am besten Pump-Guns mit großem Vorratsbehälter und mindestens 20-30 Meter Reichweite einkaufen!
  • Zahnstocher: Je nach Zustand des Gebisses insbesonders nach einigen Tagen durch Grillfleisch dominierte Ernährung ganz nützlich.
  • Zelt: Wer nicht den Luxus eines Wohnmobils oder Wohnwagens zur Verfügung hat, für den gibt es 2 Optionen - entweder ein ganz billiges Zelt, welches man notfalls nach dem Rennen wegwerfen oder einfach stehen lassen kann - oder ein ganz Hochqualitatives, was auch härtesten Belastungen (Sintflutartiger Dauerregen, Funken von Feuerwerkskörpern, Chili-Sauce, Urin, Magensäure etc...) wiederstehen kann! Die Heringe zur Befestigung des Zeltes sollten auf jeden Fall extrem stabil sein, da die Härte der Böden auf einigen Zeltplätzen der einer asphaltierten Straße in nichts nachsteht. Wir haben Leute beobachtet, die mit einem Akku-betriebenen Bohrhammer die Löcher für die Heringe vorbohrten...
 

Was man besser zuhause lässt...

  • Schlechte Laune, Hektik & Stress
  • Den Gedanken an Schlaf
  • Teure Schuhe, gute Klamotten
  • Haustiere
  • Ehefrau/Freundin/Gespielin sowie Kinder